Die Entwicklungen im Fintech-Bereich im Visier

Anlässlich eines Workshops hatte der Swisscom Outpost Gelegenheit, Bundesrat Ueli Maurer über die Entwicklungen im Bereich Fintech zu informieren. Der Schweizer Finanzminister zeigte sich beeindruckt über den zunehmenden Wettbewerb und die grossen Veränderungen in der Technologie. Mit neuen Erkenntnissen zur Digitalen Identität im Gepäck reiste Maurer wieder zurück in die Schweiz.

Der Aufenthalt von Bundesrat Ueli Maurer und seiner dreiköpfigen Delegation war kurz und intensiv. So standen zahlreiche Meetings an um Einblick in die verschiedenen Aspekte des Silicon Valleys zu erhalten. Ziel des vom Swisscom Outpost organisierten Fintech-Workshops war es aufzuzeigen, wo die Schweiz im Vergleich zur USA steht. Seit rund eineinhalb Jahren engagiert sich der Outpost in diesem Bereich und ist in der Person des Volkswirtschafters Simon Zwahlen permanent im Silicon Valley vertreten.

Klassisches Banking vor grossen Herausforderungen

Zwei der entscheidenden Treiber der Digitalisierung im Banking sind der zunehmende Wettbewerb und die grossen Veränderungen in der Technologie. Immer mehr Unternehmen aus der Techbranche wie Google, Amazon oder Alibaba konkurrenzieren zunehmend das Geschäftsmodell klassischer Banken. „Noch ist vieles auf den Zahlungsbereich konzentriert, aber der Trend geht klar auch in Richtung Sparen, Finanzieren, Anlegen und Vorsorgen", erläuterte Simon Zwahlen.

Aber auch auf der technischen Seite ist einiges in Gang, beispielsweise im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Entwicklungen wie Voice, Bots oder Invisible Banking werden an der Kundenschnittstelle immer rascher zum Standard und stellen den Bankschalter in Frage. „Wer hier nicht von Anfang an dabei ist, kann schnell den Anschluss verpassen" so Zwahlen. Und weiter: „Die Schweiz hat in diesen beiden Bereichen sicher noch einiges an Aufholungspotential."

Führend bei der Crypto Share und der Regulation

Ein gutes Zeugnis stellte Simon Zwahlen der Schweiz hinsichtlich der Crypto Share und der Regulation aus. Die Crypto Share ist die Aktie auf der Blockchain, die auch nicht börsenkotierten Firmen den Zugang zum Finanzmarkt ermöglicht. „Die Verträge können dabei online unter Ausschaltung der Intermediäre signiert werden, was die Prozesse vereinfacht und die Kosten reduziert". Das soeben von der Swisscom mitinitiierte Unternehmen daura AG ist ein konkretes Beispiel für die führende Rolle der Schweiz.

Auch im Bereich der Regulation nimmt die Eidgenossenschaft eine Vorreiterrolle ein. „Bei uns herrscht die Devise vor, dass man zuerst die Entwicklungen abwartet und dann erst reguliert. So wird die wichtige Phase der Innovation gefördert, was wiederum den Finanzplatz Schweiz stärkt", erklärte Zwahlen den Unterschied zu den USA. Die so genannte „Sandbox", erlaubt es zudem Fintech-Unternehmen unbeschränkt viele Publikumseinlagen bis zu CHF 1 Mio. entgegennehmen zu können.

Digitale Identität als neue Norm

Auf grosses Interesse stiess bei Bundesrat Ueli Maurer das Thema Digitale Identität, welches im Kontext von Datenschutz und Dateneigentum behandelt wurde. Die Bedeutung der Digitalen Identität, so Zwahlen, wird immer wichtiger: „Ein steigendes Transaktionsvolumen, eine erhöhte Komplexität und eine erhöhte Kundenerwartung, aber auch neue Geschäftsmodelle und strengere regulatorische Anforderungen machen die Digitale Identität zu einer konkreten und notwendigen Realität."

Obwohl die Schweiz in diesem Bereich schon in eine gute Richtung geht, hielt Bundesrat Ueli Maurer fest, dass er den gewählten Ansatz der Digitalen Identität nochmals überprüfen wolle. Der Aufenthalt im Silicon Valley war somit nicht nur ergiebig an neuen Erkenntnissen, sondern brachte auch gut zum Vorschein, wie wichtig die Zusammenarbeit gerade in komplexen Fintech-Fragen zwischen den Behörden und der Wirtschaft ist.

Marc Wälti, Palo Alto, 25. April 2018

Website Swisscom Outpost